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Kältemittel – TÜV Zertifizierung

Global Warming Potential (GWP) von Kältemitteln

Kältetechnik im Spannungsfeld von Effizienz und Umweltschutz Moderne Kälte- und Klimaanlagen sind aus unserem Alltag und der Industrie nicht mehr wegzudenken. Sie sichern die Lagerung von Lebensmitteln, ermöglichen medizinische Forschung und sorgen für präzise Prozesse in der Produktion sowie für Komfort in unseren Gebäuden. Das Herzstück dieser Systeme sind Kältemittel. Kältemittel ist ein Stoff, der durch den Wechsel seines Aggregatzustands Wärme transportiert.

Doch so unverzichtbar diese Technologie ist, so differenziert muss sie heute betrachtet werden. Kältemittel, die im geschlossenen Kreislauf hocheffizient arbeiten, können bei unbeabsichtigtem Austritt in die Atmosphäre eine erhebliche Wirkung auf das globale Klima entfalten.

Gemäß der EU-Verordnung 2024/573 (F-Gase-Verordnung) erfolgt eine Preisanpassung basierend auf dem Treibhauspotenzial (GWP) des verwendeten Kältemittels.

Die Berechnungsformel

Um die spezifische Anpassung zu ermitteln, nutzen wir folgende Formel:

Anpassung = (GWP × 3 € / 1000) × Gewicht

Kältemittel Bewertung früher vs. heute

Während früher primär der Schutz der Ozonschicht im Fokus stand (Stichwort FCKW), konzentriert sich die heutige Entwicklung und Gesetzgebung vor allem auf das Treibhauspotenzial (Global Warming Potential). Ziel ist es, die Effizienz der Anlagen zu bewahren und gleichzeitig die Auswirkungen auf die Atmosphäre zu minimieren.

Für Fachhandwerker, Planer und Anlagenbetreiber ist es daher essentiell geworden, die ökologischen Kennzahlen der eingesetzten Stoffe genau zu kennen. Nur so lassen sich Anlagen planen und betreiben, die sowohl wirtschaftlich als auch zukunftssicher im Rahmen der europäischen Gesetzgebung (F-Gase-Verordnung) sind.

GWP bei Kältemitteln: Bedeutung, Berechnung und Übersicht

Der GWP-Wert (Global Warming Potential) ist der zentrale Maßstab für die
Umweltverträglichkeit von Kältemitteln und spielt eine entscheidende Rolle in der
modernen Kälte- und Klimatechnik.

Was ist der GWP-Wert überhaupt?

Die Abkürzung GWP steht für Global Warming Potential (deutsch: Treibhauspotenzial).
Es beschreibt die Klimawirksamkeit eines Stoffes über
einen bestimmten Zeitraum hinweg.

Die Definition der Einheit des GWP

Der GWP-Wert ist eine relative Kennzahl. Als Referenzwert dient Kohlenstoffdioxid (CO2).

  • Der Standard: CO2 ist das Referenzgas und hat den Wert 1.
  • Die Berechnung: Ein GWP von beispielsweise 2.000 bedeutet, dass die Freisetzung von 1 kg dieses Stoffes die Atmosphäre in den nächsten 100 Jahren genauso stark erwärmt wie die Freisetzung von 2.000 kg CO2.
  • Der Zeitraum: In der Regel wird der Zeithorizont von 100 Jahren (GWP100) herangezogen, um die langfristigen Auswirkungen auf das Klima vergleichbar zu machen.

Warum ist der GWP-Wert für Käufer relevant?

Für Fachbetriebe und Anlagenbetreiber ist der GWP nicht nur ein ökologischer Parameter, sondern ein ökonomischer und regulatorischer Faktor:

  1. F-Gase-Verordnung: Die EU regelt die schrittweise Reduzierung (Phase-Down) von Kältemitteln basierend auf deren GWP-Wert.
  2. Dichtheitsprüfungen: Die Intervalle für gesetzlich vorgeschriebene Prüfungen richten sich nach dem CO2-Äquivalent der Anlage, nicht nach der reinen Füllmenge in Kilogramm.
  3. Verfügbarkeit: Kältemittel mit sehr hohem GWP werden durch Quotenregelungen knapper und tendenziell teurer in der Beschaffung.

Übersicht: GWP-Werte gängiger Kältemittel

Die folgende Tabelle gibt eine neutrale Übersicht über die am häufigsten verwendeten Kältemittel und deren jeweiliges Treibhauspotenzial.

Kältemittel GWP-Wert (AR4) Sicherheitsklasse Typische Anwendung
R600a 3 A3 (brennbar) Industrie & Gewerbekälte
R290 (Propan) 3 A3 (brennbar) Wärmepumpen, steckerfertige Geräte
R1234yf 4 A2L (schwer entflammbar) Kfz-Klimaanlagen
R1234ze7 A2L (schwer entflammbar) Große Kaltwassersätze, Industriekälte
R32 675 A2L (schwer entflammbar)Split-Klimaanlagen
R134a 1.430 A1 (nicht brennbar) Gewerbekälte, KFZ (Bestand)
R448a 1.387 A1 (nicht brennbar) Non-flammable Ersatz für R404A
R449a 1.397 A1 (nicht brennbar) Non-flammable Ersatz für R404A
R407c 1.774 A1 (nicht brennbar) Bestands-Klimaanlagen
R410a 2.088 A1 (nicht brennbar)  Klima- & Wärmepumpentechnik

Berechnung des CO2-Äquivalents

Um die gesetzlichen Anforderungen für eine Anlage zu bestimmen (z.B. Logbuchführung oder Prüfintervalle),
muss das CO2-Äquivalent berechnet werden.

Die Formel lautet: 

Füllmenge (kg) x GWP-Wert : 1.000 = t CO2-Äquivalent

Mission Zero: Verantwortung in der Kältetechnik

Als Teil der Cleangas Gruppe unterstützt kaeltemittel-direkt die Mission Zero. Unser Ziel ist es, Kunden nicht nur Produkte zu liefern, sondern sie beim Übergang zu nachhaltigen Lösungen zu begleiten.

Wir setzen auf:

  • Aufklärung: Transparente Daten zu allen Produkten.
  • Kreislaufwirtschaft: Rücknahme und fachgerechte Aufbereitung von gebrauchten Kältemitteln.
  • Zukunftssicherheit: Ein breites Sortiment an Low-GWP Alternativen und natürlichen Kältemitteln.

Jetzt mehr über die Mission Zero der Cleangas Gruppe erfahren

Trockeneis Expertise seit 30 Jahren mit mehr als 10.000 Dauerkunden


Suchen Sie ein spezifisches Kältemittel? Hier gelangen Sie direkt zu unseren Produktkategorien, sortiert nach GWP-Relevanz:

  • Natürliche Kältemittel: R290, R600a – Für maximale Zukunftssicherheit.
  • Low-GWP Alternativen (HFO): R1234yf, R454C – Die moderne Lösung.
  • Standard-Kältemittel: R32, R134a – Bewährte Produkte für Service und Wartung.
  • Zubehör & Service: Kältemittelflaschen & Werkzeug.

Häufige Fragen zum Global Warming Potential (GWP)

Was ist GWP?

Der GWP-Wert (Global Warming Potential) beschreibt, wie stark ein Gas im Vergleich zu CO₂ zur globalen Erwärmung beiträgt. CO₂ dient dabei als Referenzwert mit GWP = 1. Ein höherer GWP-Wert bedeutet eine stärkere Klimawirkung über einen Zeitraum von meist 100 Jahren.

Was bedeutet ein hoher GWP-Wert konkret für den Anlagenbetreiber?

Ein hoher GWP-Wert bedeutet zunächst, dass das Kältemittel eine starke Treibhauswirkung hat. Regulatorisch führt dies dazu, dass das Mittel im Rahmen des „Phase-Down“ der EU-F-Gase-Verordnung strengeren Quoten unterliegt. Dies kann Auswirkungen auf die langfristige Verfügbarkeit und die Preise haben. Zudem müssen Anlagen mit hohen CO₂-Äquivalenten häufiger auf Dichtheit geprüft werden.

Was ist der Unterschied zwischen GWP und ODP?

Während das GWP (Global Warming Potential) das Treibhauspotenzial eines Stoffes beschreibt, gibt der ODP (Ozone Depletion Potential) das Ozonabbaupotenzial an. Dank des Verbots von FCKW liegt der ODP-Wert bei fast allen modernen Kältemitteln (HFKW) heute bei 0, während der GWP-Wert weiterhin die entscheidende Messgröße für den Klimaschutz ist.

Warum gibt es unterschiedliche GWP-Werte für dasselbe Kältemittel?

Es gibt verschiedene wissenschaftliche Berichte des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change), die GWP-Werte regelmäßig aktualisieren. Die EU-Gesetzgebung bezieht sich aktuell meist auf den vierten Sachstandsbericht (AR4). Daher sollten Sie beim Vergleich von Tabellen immer darauf achten, welcher Bericht als Basis dient.

Ab welchem GWP-Wert gilt ein Kältemittel als „umweltfreundlich“?

Es gibt keine starre Grenze, aber die Branche unterscheidet grob:

  • High-GWP: > 2.500 (stark reglementiert)
  • Mid-GWP: 700 bis 2.500
  • Low-GWP: < 150 (gilt oft als Schwellenwert für zukünftige Anforderungen)
  • Ultra-Low-GWP / Natürliche Kältemittel: < 10 (z. B. R290, R744)
Muss ich meine Anlage sofort umrüsten, wenn das Kältemittel einen hohen GWP hat?

Nicht zwangsläufig. Bestehende Anlagen dürfen in der Regel weiterbetrieben werden. Allerdings gibt es Serviceverbote für bestimmte Kältemittel mit sehr hohem GWP (über 2.500) bei Neuanlagen oder bei der Wartung großer Systeme. Eine rechtzeitige Beratung über „Drop-in“-Lösungen oder einen Anlagenwechsel ist jedoch ökonomisch oft sinnvoll.

Wie hängen GWP und Energieeffizienz zusammen?

Das ist ein wichtiger Punkt: Ein niedriger GWP-Wert allein macht eine Anlage nicht automatisch ökologisch. Wenn eine Anlage mit einem Low-GWP-Mittel deutlich mehr Strom verbraucht, kann die Gesamt-Klimabilanz (TEWI – Total Equivalent Warming Impact) schlechter ausfallen. Wir bei kaeltemittel-direkt achten daher auf ein ausgewogenes Verhältnis von niedrigem GWP und hoher thermodynamischer Effizienz.